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Pablo Hernández Palazón – diplomierter Coach in Winterthur
Schön, bist du auf dieser Seite gelandet. Ich bin Pablo und ja, wir können uns sehr gerne duzen, wenn das für dich in Ordnung ist!
An dieser Stelle weisst du bestimmt schon, dass ich als diplomierter Coach für neurodivergente Menschen in Winterthur arbeite. Vielleicht ist dir aber die Tatsache unbekannt, dass ich selbst Anfang 2025 eine ADHS-Diagnose erhalten und mich intensiv mit diesen Themen auseinandergesetzt habe. Das ist es, was mich zum Schwerpunkt Neurodivergenz gebracht hat.
Was ich mache und was mir dabei wichtig ist
In meiner Praxis arbeite ich mit Menschen mit ADHS, im Autismus-Spektrum und mit Hochsensibilität an ihrer Selbstklärung, damit sie den Alltag klarer strukturieren, Stress besser regulieren und ihren eigenen Weg finden können, und zwar so, wie es für jeden von ihnen stimmig ist. Oft kommen zu mir auch Eltern, die am Ende ihres Lateins und völlig erschöpft von den täglichen Kämpfen mit der Emotionalität, den Meltdowns oder den Trotzanfällen ihrer Kinder sind.
Neben der Tätigkeit als Coach arbeite ich seit vielen Jahren als Dolmetscher für Behörden wie Polizei, Gerichte, Migration und soziale Dienste. Dank diesem Beruf durfte ich oft Menschen in komplexen und belastenden Situationen erleben. Daraus habe ich gelernt, nicht zu beurteilen, sondern mir die persönliche Geschichte genau anzuhören, um Zusammenhänge rasch erfassen und systematisieren zu können. Es war auch eine harte Schule darin, auch in herausfordernden Momenten Ruhe und einen klaren Kopf zu bewahren.
Aus diesen Erfahrungen heraus habe ich eine Vorliebe für strukturierte, ressourcenorientierte und praxisnahe Arbeit entwickelt. Theorie wird nur dann eingesetzt, wenn sie als Sprungbrett für praktische Erkenntnisse dienen kann.
In diesem Zusammenhang ist mir Selbstwirksamkeit von grösster Bedeutung: Ich möchte, dass meine Klienten zu ihrer eigenen Kraft und Selbstbestimmung kommen. Dementsprechend gebe ich gerne Methoden und Tools mit, welche bei Bedarf selbstständig angewendet werden können, damit du zu mehr Autonomie in deinem Leben kommst – und so schnell wie möglich meine Dienstleistungen als Coach entbehren kannst. (Humorvoll würde ich sagen: kein gutes Geschäftsmodell, aber zum Glück habe ich auch einen anderen Job!) Bei der Prozessarbeit ist es mir ein besonderes Anliegen, deine vorhandenen Ressourcen herauszufinden und einzusetzen. Deine Stimme ist massgebend in diesem Prozess. Ich betrachte mich als Begleiter, der neue Impulse zur Auflösung von Blockaden oder Ratlosigkeit setzen kann.
Meine Erfahrung mit Neurodivergenz
Was meine persönliche Geschichte betrifft, habe ich von klein auf mit einem undiagnostizierten ADHS gelebt. Anfang 2025 erfuhr ich durch eine Abklärung von meinem ADHS, was viele Aspekte meines Lebens in ein neues Licht rückte. Plötzlich fand ich die richtige Herangehensweise an viele Herausforderungen, deren Lösung mir früher beim besten Willen schleierhaft geblieben war.
Nach der Diagnose verstand ich allerdings, dass viele dieser Schwierigkeiten nicht ursächlich am ADHS lagen, sondern daran, dass ich lange nicht wusste, was ich brauchte. Ich hatte mich angepasst und dabei meinen eigenen Lebensweg aus den Augen verloren. Mit ADHS passiert das leicht: Man überhört sich selbst – und je weniger man sich wahrnimmt, desto stärker zeigen sich die anstrengenden Seiten des ADHS.
Mit der Zeit wurde mir klar, dass die Diagnose ADHS vor allem beschreibt, was nicht funktioniert – die positive Gegenseite kommt darin kaum vor. Für mich bestand meine persönliche Aufgabe darin, die lichtvolle Seite dieser Neurodivergenz für mich weiter zu erschliessen: die Begeisterungsfähigkeit, die leichte Vernetzung von Ideen, die Neugierde, die Kommunikationsgabe und die Sehnsucht, in Bewegung und Kontakt mit den Mitmenschen zu bleiben. Diese Qualitäten begleiteten mich seit eh und je und bildeten mein eigentliches Ich, das unter Überlastung und mangelndem Selbstkontakt immer wieder in den Hintergrund geriet. Für viele meiner Schwierigkeiten war ein Selbstbild verantwortlich, das von jahrzehntelangen Missverständnissen – fremden und eigenen – geprägt war, nicht eine unveränderliche neurologische Veranlagung. Das bedeutet für mich nicht, dass diese Veranlagung nicht vorhanden ist – sie ist oft sehr spürbar –, sondern dass sie nicht zwangsläufig in Erschöpfung enden muss.
Nach dieser Erkenntnis konnte ich verstehen, dass aus der Störung, für die das «S» in ADHS steht, eine grosse Stärke werden könnte. Die Diagnose wird als Störungsbild bezeichnet, da man sie normalerweise erst dann erhält, wenn grosse Schwierigkeiten in Schule, Beruf oder Haushalt aufgetaucht sind. Ein erfülltes Leben mit diesen Veranlagungen ist allerdings durchaus möglich.
Daraufhin entschied ich, einem meiner Träume nachzugehen, und meldete mich für einen Master in Kreativem Schreiben an. Seit Kurzem studiere ich zudem berufsbegleitend Kunst – mein zweiter Traum seit der Kindheit – und gehe in dieser Art des Selbstausdrucks völlig auf.
Ausserdem erlangte ich einen DAS-Abschluss (Diploma of Advanced Studies) in «Coaching und Beratung für Neurodivergenz» an der Praxis für Lösungsimpulse mit Schwerpunkt auf ADHS, Autismus-Spektrum und Hochsensibilität. Ich spürte den Wunsch, meine eigenen Erfahrungen weiterzugeben, um anderen Menschen zu helfen, die seit Kurzem oder Langem mit ähnlichen Problemen kämpfen.
Anders gesagt ist es mir ein Anliegen, das zu vermitteln, was mir auf meinem Weg geholfen hat, seien es Techniken, Modelle oder einfach das blosse Zuhören und Verstehen dessen, was gerade ist. Ich möchte den Menschen, die zu mir in die Praxis kommen, zu ihrem eigenen, einzigartigen Weg verhelfen, mit allem, was mir beruflich zur Verfügung steht. Denn ich denke, dass eine Neurodivergenz-Diagnose der Anfang einer Reise ist, die zu mehr Selbsterkenntnis und dadurch zu einem erfüllteren Leben führen kann. Dabei halte ich es für möglich, leicht und spielerisch an diese Prozesse heranzugehen, auch wenn manchmal schmerzhafte Themen aufkommen.
Weil ich meinen Klienten mitgeben möchte, was mir selbst geholfen hat, besuche ich gerne Aus- und Weiterbildungen. 2026 habe ich das Stressbewältigungsprogramm SMART an der Harvard Medical School und das erste Modul der EMI®-Ausbildung (Eye Movement Integration) am IBP abgeschlossen; seither setze ich EMI bei hartnäckigen Blockaden ein. Im November 2026 schliesse ich die Ausbildung zum Coach in Intuitiver Trauma-Heilung (ITH) ab, im April 2027 die INPP®-Ausbildung, die sich mit frühkindlichen Reflexmustern und ihrem Einfluss auf Konzentration, Bewegung und Regulation befasst. Zudem fange ich im November 2026 eine Ausbildung in Ressourcen-Therapie an – einer Methode, um Persönlichkeitsanteile leicht und zügig abzuholen und zu integrieren. Alle Stationen findest du in der Liste unten.
Noch ein Wort zu meiner Erfahrung mit Neurodivergenz: Im selben Zeitraum, in dem ich die Diagnose erhielt, begleitete ich als externe Person im nahen Umfeld mehrere diagnostische Prozesse in ADHS und im Autismus-Spektrum. Durch diese Perspektive als betroffener Aussenstehender kann ich mir auch ein Bild davon machen, wie es den Nahestehenden geht, wenn jemand eine solche Diagnose erhalten hat. Ich habe aus nächster Nähe die Schwierigkeiten des Umfelds, die Folgen der Diagnose zu akzeptieren, erlebt. Gerade diese Brücke zwischen direkter und indirekter Betroffenheit ist für mich im Coaching von grossem Wert, da oft Personen, die mit einem frisch diagnostizierten Neurodivergenten leben, zu mir in die Praxis kommen.
Mein Weg
